Swiss Canyon Trail
Auch die Laufgruppe erwacht langsam aus dem langen Coronaschlaf. Einige erste Rennen fanden bereits statt.
Thomas Schick startete an der Grand Prix von Bern-Challenge (Eine an während 20 Tagen im Juni fix-ausgeschilderte Zeitmessstecke von 16.093km mit jedoch anderer Streckenführung mit Start und Ziel im Marzili.) und finishte in sackstarken 1:06.36. Die Form stimmt also für die originalen 10 GP-Meilen, welche dieses Jahr Anfang Oktober stattfinden sollen.
Harry Huber rannte am 5. Juni noch weiter und länger am SwissCanyonTrail im neuenburgischen Val-de-Travers. Für die 51km und 2' 300 Höhenmeter benötigte er etwas mehr als sieben Stunden. Seine Eindrücke schildert er gleich selbst:
Endlich fand nach der Coronazeit wieder ein richtiger Lauf mit fast 1000 Teilnehmern statt, der Swiss Canyon Trail in Couvet/Val-de-Travers. Gleichenorts führte der Schweizerische Leichtathletikverband die Schweizer Meisterschaften im Ultra-Trail aus.
Die ganze Nacht hatte es geregnet und der Boden war völlig aufgeweicht. Um 08.15 Uhr war der Start zum 51 km Rennen; gespickt mit unglaublichen 2‘300 Höhenmetern. Bei Regen stellten sich die Läufer zögerlich auf der Rundbahn zum Start auf. Trotz des schlechten Wetters war die Stimmung bei den Läufern gut. Dann kam der Startschuss und das ganze Feld setzte sich in Bewegung. Wieder einmal in einem riesigen Läuferpulk zu laufen war ein tolles Gefühl voller Energie und Erwartung. Bereits nach weniger als 2 km war ich bereits voll im Trail-Modus: Auf den engen, aufgeweichten Wald- und Feldwegen zog sich das Läuferfeld rasch auseinander und es galt sich zu konzentrieren um nicht auszurutschen.
Nach 10 km begann der steile Aufstieg zum berühmt-berüchtigten Creux du Van. Auf einem engen und steinigen Weg ging es in 13 Haarnadelkurven bergauf. Es war so steil, dass die meisten Läufer marschieren mussten. Der dichte Nebel verdeckte die ansonsten so faszinierende Aussicht. Auf den folgenden 20 km «Single Trails» und Waldwegen ging es leicht bergab über saftige Juraweiden und durch tiefe Wälder. Man lief allein – Trailgenuss pur.
Wieder im Talboden angekommen, wartete bereits der nächste Anstieg. Durch die abenteuerlich-anmutende, enge Schlucht; die Gorges de la Poëta-Raisse (deshalb der Name Canyon-Trail), ging es zum grössten Teil über steile Treppenstufen erneut 350 Meter in die Höhe. Der Boden war zum Teil extrem rutschig, die Muskeln begannen zu schmerzen. Vor allem das Abwärtsgehen wurde zunehmend zur Tortur.
Der letzte Streckenteil war lange und mühsam, ständig ging es rauf und runter. Endlich erreichte ich den sicheren Talboden des Val-de-Travers. Noch 2 km flach bis zum Ziel. Anfeuernde Zuschauerrufe gaben mir einen letzten Extraschub. Noch eine halbe Runde auf der Rundbahn. Einen Endspurt schaffte ich nicht mehr. Obwohl ich richtig erschöpft war und meine Beine schmerzten, nahm ich mir vor, nächstes Jahr wieder zu kommen. Bei hoffentlich schönerem Wetter.
Harry Huber
Fotocredit: PHOTOSSPORTS

