Ironman 70.3

Es ist geschafft - Noémie Hess und Seraina Stettler haben ihre Ironman-Premiere mit Bravour gemeistert. Raphi von Vivis überzeugt bei den Männern.

Noémie und Seraina haben es gewagt, sich zum ersten Mal am diesjährigen Ironman 70.3 in Rapperswil/SG anzumelden. Diesen Sonntag, dem 2. Juni hatte das lange Bangen ein Ende und der Moment der Wahrheit stand an - hat sich das monatelange Training wohl gelohnt und zahlt es sich aus? In ihrer Vorbereitung wurden sie stets durch Raphi begleitet, welcher ein Routinier in der Ironmanszene ist. In diesem Jahr wird er an der Ironman-WM in Hawaii an den Start gehen. Dies dank seiner Qualifikation, welche er sich am Ironman in Israel im 2022 mit einem 9. Platz in seiner Kategorie ergatterte. Mit den Worten "Once in a lifetime" beschrieb er diese einmalige Möglichkeit.

Diesen Sonntag starteten die drei Athleten/-innen über die Halb-Ironmandistanz. Geplant waren zum Start 1.9km Freistil Schwimmen im Zürichsee, 90km Rennvelofahren und ein Halbmarathon (21.1km) zum Abschluss. Aufgrund der kühlen Bedingungen, respektive der tiefen Wassertemperatur von 13.7°C, wurde am Morgen des Startschusses entschieden, dass die Schwimmdistanz auf 750m verkürzt wird. So stürzten sich die mit Neopren-Anzügen ausgerüsteten Athleten/-innen ins kühle Nass. Ab diesem Moment gab es kein Zurück mehr. Das Wetter zeigte sich an diesem Tag allmählich freundlicher als erwartet, so dass sich gegen Mittag sogar die Sonne ab und zu zeigen liess. Zahlreiche Zuschauer waren über den ganzen Streckenabschnitt verteilt und motivierten die Sportler/-innen vom Strassenrand aus. Einmal im Ziel angekommen, kamen bei Noémie die Emotionen hoch - die Erleichterung und der Stolz auf die erbrachte Leistung war förmlich spürbar. Bei Seraina überwog die Euphorie und die Überraschung über das hervorragende Schlussresultat. Bei ihrer Ironman-Premiere erzielte sie mit einer Zeit von 4:50'01" den überragenden 6. Platz in ihrer Alterskategorie (F 18-24). Noémie durfte sich mit ihrer Zeit von 5:17'18" über den 36. Platz in ihrer Alterskategorie (F 30-34) freuen. Bei den Männern (M 45-49) erreichte Raphi den bemerkenswerten 25. Platz.

        

Resultate im Überblick :

Raphi von Vivis (M 45-49)

  • 750m Freistil Schwimmen : 12'20"
  • 90km Rennvelofahren : 2:31'19"
  • 21.1km Laufen : 1:35'51"
  • Gesamtzeit : 4:27’39”
  • Rang : 25. Platz von 196 Teilnehmer

Seraina Stettler (F 18-24)

  • 750m Freistil Schwimmen : 13'49"
  • 90km Rennvelofahren : 2:51'28"
  • 21.1km Laufen : 1:31'29"
  • Gesamtzeit : 4:50’01”
  • Rang : 6. Platz von 33 Teilnehmerinnen

Noémie Hess (F 30-34)

  • 750m Freistil Schwimmen : 14'50"
  • 90km Rennvelofahren : 3:06'16"
  • 21.1km Laufen : 1:46'41"
  • Gesamtzeit : 5:17’18”
  • Rang : 36. Platz von 84 Teilnehmerinnen

Es lohnt sich, die ganze Fotostrecke zu diesem Ironman anschauen zu gehen.

Unsere drei Teilnehmer/-innen haben ihr Erlebnis Ironman selbst in Worte gefasst:

Raphi Von Vivis

Das war jetzt meine fünfte Teilnahme in Rapperswil und bisher die beste. Während dem Rennen hatte ich nie wirklich gute Beine, aber wenn trotz Regenwetter alles so schnell geht, nehme ich das gerne. Als eher besserer Schwimmer ist es schade, dass das Schwimmen gekürzt wurde, aber es war schlussendlich die richtige Entscheidung. Das Schwimmen war entsprechend kalt, aber für die paar Minuten okay. Die Rennradstrecke (zwei Runden) ist sehr selektiv. Es gibt Rollerstrecken, steile Anstiege (Witches Hill, The Beast) mit 13-15% Steigungen und auch sehr langgezogene Aufstiege. Die Abfahrten sind nicht ohne, teilweise wird mit über 80 km/h gefahren. Insgesamt eine sehr abwechslungsreiche Strecke. Nach 90 km kommst du nach Rapperswil zurück und da wartet noch das Laufen. Es gibt viele Kieswege, eine endlose Gerade am Bahndamm entlang und die Stairways to Heaven (112 Stufen mit 14 m Höhenunterschied). Am Schluss geht’s durch den grünen Baumtunnel. Wenn du nach 2x10.5km auf den roten Teppich einspurst und in den Zielkanal einlaufen kannst, haben sich die unzähligen Stunden Training definitiv gelohnt.
Gratulation an Noémie und Seraina für eure Premiere! Hut ab, wie ihr das gerockt habt. Es war eine Freude, euch im Vorfeld zu begleiten und mit Tipps und Tricks zu versorgen. Euer fast stündlicher Gemütszustandswechsel bzw. eure Ungewissheit waren amüsant und erfrischend.
 Ein Triathlon ist nicht nur ein Rennen, sondern erfordert auch eine umfassende Vorbereitung. Man braucht einen Plan für die Energieaufnahme, muss die Abläufe einstudieren, Material zusammenstellen und während des Rennens mental stark bleiben, um durch Tiefs zu kommen. Es ist wie eine Mischung aus Schach und „Survivor“. Und wenn du es dann ins Ziel schaffst, fühlst du dich wie ein Superheld – nur mit mehr Blasen an den Füßen. Also, auf ein Neues. Nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf! Aloha.

Seraina Stettler

Lange habe ich auf den Tag gewartet, an dem ich mir diese Challenge stelle. Im Vorfeld konnte ich mich dank den Profitipps und einigen gemeinsamen Trainingseinheiten mit Raphi und Noémie einigermassen auf den Tag vorbereiten. Jedoch hatte ich immer noch keine Ahnung, wie ich auf diese lange Belastung reagieren würde. Als ich den Wetterbericht und die Wassertemperatur sah, sank meine Motivation drastisch. Kalt und nass war angesagt. Zum Glück konnten mich Noémie und Raphi bei Laune halten. Ich hatte grossen Respekt vor dem kalten Wasser, doch schlussendlich bin ich sehr zufrieden mit der Schwimmzeit. In der ersten Wechselzone habe ich viel Zeit verloren, bis ich alle trockenen Kleider über die feuchte Haut anziehen konnte. Auf dem Velo fühlte ich mich super, ich hatte viel Energie und die Abfahrt war der Hammer! Die lockeren Beine hielten auch beim Laufen noch an und daher konnte ich sehr regelmässig rennen und deutlich schneller als erwartet. Zudem habe ich einen andere Läufer getroffen, der exakt den gleichen Laufrhythmus wie ich hatte und so konnten wir synchron zusammen rennen, was extrem helfen kann, den zügigen Rhythmus zu halten. Mit Glückshormonen gefüllt erreichte ich das Ziel und war selbst über das gute Resultat überrascht. Hierbei auch einen grossen Dank an meine Freunde und Familie, die mich unterstützt und angefeuert haben. Bis zum Schluss konnte ich ihnen lächelnd zuwinken und sie haben mich enorm motiviert. Herzliche Gratulation an Raphi und Noémie, die diesen teuren Spass auch mitgemacht haben ;)

Noémie Hess

Nachdem ich mich im Herbst für den Ironman angemeldet hatte, war am Sonntag nun endlich der Wettkampf-Tag. Ich war nicht wirklich nervös, sondern freute mich einfach auf das bevorstehende Rennen. Zum Glück wurde das Schwimmen nicht abgesagt sondern nur gekürzt, sonst hätte ich ganz bald einen richtigen Triathlon machen müssen.Schwimmen: trotz rollendem Start alle 3s, war es ein ziemlich harter Kampf um die "Ideallinie" und ich habe mich nach mehreren Beinschlägen ins Gesicht und kurz verlorener Schwimmbrille entschieden, dem Getümmel auszuweichen und weit aussen zu schwimmen. Radfahren: in dieser Disziplin habe ich am wenigsten Erfahrung. Mein Fahrrad habe ich zwar seit 7 Monaten, aber im Winter und bei Regenwetter wollte ich mit diesen dünnen Pneus nicht auf den nassen Strassen fahren. Und da es oft geregnet hatte in den letzten Monaten, fehlten mir einige Kilometer. Vielleicht hatte ich deshalb ab der ersten Runde nach dem langen Aufstieg ziehende Rückenschmerzen. Trotzdem habe ich versucht, die Strecke zu geniessen. Da ich nicht wie alle anderen mit Zeitfahrlenker gefahren bin, wurde ich vor allem auf den flachen Teilstrecken oft überholt. Dafür war ich bei den Anstiegen etwas schneller. Ich war auf jeden Fall sehr froh, als ich nach 90km vom Rad absteigen konnte und so meinen Rücken entlasten konnte. Laufen: Erstaunlicherweise ging das Laufen trotz Vorbelastung sehr gut. Da ich mich so locker gefühlt habe, bin ich mit einer etwas schnelleren Pace gestartet als geplant und konnte es fast durchziehen. 5km vor Schluss neigten sich die Energiereserven dann etwas dem Ende zu, aber die Vorfreude auf den Zieleinlauf mit den allerbesten Fans hat über das Tief hinweggeholfen. Auf dem roten Teppich zum Zielbogen hatte ich dann definitiv Hühnerhaut und eine riesige Freude über das Erlebnis. Es hat so viel Spass gemacht und ich bin auch mit den Ergebnissen aus allen 3 Disziplinen zufrieden. Over and out!