Backyard Ultra
Im Stundetackt lief Marius eine 6.7km lange Runde und das während 15 Stunden. Insgesamt legte er am Backyard Ultra in Hallwil somit 100.59km zurück.
Ein Backyard Ultra ist ein Ultralauf ohne festes Ziel und ohne klassische Ziellinie. Die Teilnehmenden starten jede Stunde erneut auf eine rund 6,7 Kilometer lange Runde – wer sie nicht rechtzeitig beendet oder zum nächsten Start erscheint, scheidet aus. Gewonnen hat am Ende die letzte verbliebene Person, oft erst nach vielen Stunden oder sogar Tagen voller körperlicher und mentaler Grenzerfahrungen.
Am vergangenen Wochenende stellte sich Marius Mosimann dieser Herausforderung und berichtet:
Am 09.05.26 war es endlich so weit, mein erster Backyard Ultra stand an. Ein Rennen, bei dem man jede Stunde 6.7km absolvieren muss, bis man mehr nicht mehr kann und das so lange geht, bis nur noch eine Person übrig bleibt. Alle anderen werden mit DNF gewertet. In Hallwil angekommen hiess es erst einmal die Startnummer abholen, den Ruheplatz einrichten und sich mental nochmal beruhigen. Ich war sehr nervös, auch weil die Vorbereitung nicht ganz so optimal lief. Dennoch hatte ich nur ein Ziel vor Augen: die 100km zu knacken. Pünktlich um 12 Uhr startete das Rennen mit insgesamt 94 LäuferInnen. Die ersten Runden liefen sehr gut, die Stimmung war top und das Wetter traumhaft. Dank meinen zwei fantastischen Begleitpersonen musste ich in der Pause um nichts kümmern: sie bereiteten Essen/Trinken für mich vor, massierten meine Beine und motivierten mich. Nach der 3. Runde (Halbmarathon-Distanz) mussten die Ersten schon aufgeben. Das Ertönen der Glocke am Ende der absolvierten Runde war immer noch ein extra Motivationsschub. Die Verdauung bereitete mir zum Glück keine Probleme und in den Pausen (immer ca. 13-14 Minuten) konnte ich gut entspannen. Die Zeit verging sehr schnell, ich hatte immer noch Spass, jedoch bekam ich langsam Schmerzen in meinen Knien. Mit 10 geschafften Loops war ein weiterer Meilenstein erreicht. Nach 11 Stunden fing es dann an, dunkel zu werden und ab hier begann der Kampf gegen mich selbst. Die Schmerzen in meinen Kniekehlen wurden immer stärker und die Pausenzeiten kürzer. Ich erinnere mich noch an einen Moment in Runde 11: ich war plötzlich so dankbar für alles und glücklich, trotz fast nicht auszuhaltenden Schmerzen. Diese High hielt aber nicht lange an. Die letzten 2 Runden waren die absolute Hölle, doch ich hatte mein Ziel immer noch klar vor Augen. Und dann war es so weit: Um 2:55 Uhr kam ich ein letztes Mal ins Ziel, überglücklich und erschöpft läutete ich die Glocke. Das Rennen war für mich vorbei und ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung. 15 Runden, 100.59km, 12h19min Laufzeit, über 100'000 Schritte und 7'000 verbrannte Kalorien. Was eine großartige Erfahrung!

